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Sunday, August 9, 2020

30 Jahre Bürgermeister - Wie man ein Dorf von Schulden befreit - Kieler Nachrichten

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Am 24. April 1990 war er erstmals zum Bürgermeister gewählt worden. Kurz zuvor hatte sich der zweifache Familienvater entschlossen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren: "Die Wählergemeinschaft AAKV diente mir auch gleich das Bürgermeisteramt an", erzählte

Hildebrandt-Möller.

Zunächst hatte es nicht so ausgesehen. So wollte ihn damals

Herbert Schütt, ehemaliger Bürgermeister von Schwissel, zuerst nicht in der Gemeindevertretung haben. An die Worte seines Vorgängers an den Zugereisten erinnert sich Hildebrandt-Möller noch gut: "Wi wüllt ju hier nich hebbn."

Immer mit spitzem Bleistift gerechnet

Doch dies änderte sich schnell, denn

Schwissel war auf die Einwohnerzahl gerechnet die Gemeinde mit dem höchsten Schuldenstand im Kreis Segeberg. Hildebrandt-Möller half, das Dorf von der finanziellen Last zu befreien. "Ich habe immer mit einem spitzen Bleistift gerechnet." Heute habe die Gemeinde eine solide Haushaltslage.

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Trotzdem wurde in die Infrastruktur investiert: Das Wasserwerk (1990), die Sanierung der Wasserversorgung (1995), die Erweiterung des Feuerwehrhauses mit dem Anbau des Dorfgemeinschaftshauses (2004), die Sanierung und der Umbau der Alten Schule mit vier Wohnungen (2008) und in das Breitbandnetz (2014).

Über die Hälfte in Eigenleistung

Besonders stolz ist er auf den Anbau des Dorfgemeinschaftshauses am Feuerwehrhaus. "Den haben wir in Eigenarbeit geleistet. Das hat uns dann nur 165.000 Euro gekostet. Geschätzt wurde der Wert des Gebäudes auf 400.000 Euro." Das sei auch ein Zeichen für ein gutes Miteinander und ein Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf.

Bis zur

Kommunalwahl 2013 war er zehn Jahre lang auch Vorsteher des Amtes Leezen. Das Land ehrte Hildebrandt-Möller vor zehn Jahren mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel. Es lobte ihn als quasi "das Mädchen für Alles" in seiner Gemeinde, denn oft starte Jürgen Hildebrandt-Möller nicht nur die Dinge, sondern packe auch tatkräftig mit an. "Die Liste seiner Verdienste ist lang", hieß es.

In

Högersdorf geboren Hildebrandt-Möller war in Högersdorf geboren worden, also um die Ecke. Der Landwirtschaftsmeister und studierte Agrar-Ingenieur übernahm in den 1950ern einen landwirtschaftlichen Betrieb in Schwissel. "Den Bauernhof hatte ich von meinem Onkel und meiner Tante geerbt, die kinderlos geblieben waren."

Die mittlerweile verpachteten Ländereien hatten in den Anfangsjahren viel Arbeit bereitet. Das hatte ihm keine Zeit gelassen, sich politisch zu engagieren.

Sein Sohn wurde in

Mexiko als Unternehmer sesshaft. Die Tochter lebt seit Jahren als Ärztin im Allgäu. "Mindestens einmal im Jahr kommen uns die Kinder besuchen. Zwischendurch halten meine Ehegattin und ich regen telefonischen Kontakt", sagt der passionierte Jäger.

Noch weitere Amtszeit?

Ob er 2023 eine weitere Amtszeit als Bürgermeister anhängen will, lässt

Jürgen Hildebrandt-Möller offen. "Wenn meine Gesundheit mitspielt, will ich erst einmal die jetzige Wahlperiode gut gestalten. Nachfolger für den Bürgermeisterposten stehen nicht gerade Schlange."

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August 09, 2020 at 01:43PM
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